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Zurechtfinden am Himmel

Es gibt unendlich viele Hilfsmittel, um sich am Himmel zurecht zu finden. Ein paar stell ich euch hier vor, vor allem die kostenlosen, und die preiswerten werden genannt. Und wie man im Feld am leichtesten findet was man sucht.

Eines der wichtigsten Utensilien eines Beobachters, oder Fotografs, ist die drehbare Sternkarte...

Für diesen Workshop hab ich extra eine Einsteigerkarte gekauft, man muss nicht gleich übertreiben :) Rechts ist sie komplett, unten der wichtigste Ausschnitt.


(anklicken für große Version)

In den grünen Kreisen seht ihr die Himmelsrichtungen. Die sind wichtig. Wenn ihr Richtung Süden kuckt, dann muss auch Süden richtig zu lesen sein. Und nicht etwa auf dem Kopf stehen.

Das ist der erste Schritt, der zweite ist die Einstellung der Urzeit, und des Datums. Deshalb ist sie drehbar :).

So wie ich die Karte jetzt eingestellt hab, zeigt sie (für die nördliche Hemisphere, wenn ihr unterhalb des Äquators wohnt braucht ihr eine andere Karte) den Himmel wie er am 15. Dez. 22:00 Uhr, oder 15. Jan. 20:00 Uhr ist. (Rote Kreise). Der Kreis mit dem Himmel, und dem Datum dreht sich, der mit der Uhrzeit und den Himmelrichtungen nicht. Jetzt müsst ihr nur die Uhrzeit und das Datum ordentlich zueinander bringen, und die Karte so halten, dass ihr die Himmelsrichtung so lesen könnt, wie es mit eurer Blickrichtung passt.

Jetzt könnt ihr im unteren Bereich (Im Zenit steht in dem Beispiel etwa Perseus, also alles darunter) sehen was vor euch am Himmel steht. Die Niete der Drehkarte ist übrigens da, wo am Himmel Polaris steht, also etwa der Himmelsnordpol um den sich (durch die Erdrotation) scheinbar der Sternenhimmel dreht. So wisst ihr auch immer wo Norden ist, denn Polaris steht immer genau im Norden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie finde ich Polaris?

Ganz einfach, schaut mal auf dieses Bild:

Die Verlängerung der Linie der beiden letzten Sterne im Kasten den großen Wagens führt zu Polaris. Auch wenn ihr nur Kassiopeia seht (rechts unten) so findet man Polaris leicht. Er ist zwischen Wagen und Kassiopeia ein ziemlich heller Stern, der relativ einsam dasteht.

Jetzt habt ihr schonmal eine grobe Übersicht, über das was gerade am Himmel ist.

 

Für weitere Objekte, braucht man weitere Aufsuchhilfen.

Zum Beispiel einen Sternen-Atlas. Da gibt es einen sehr guten, preiswerten der 250 schöne, helle und große Objekte zeigt. Der "Atlas für Himmelsbeobachter" von Erich Karkoschka.

Und dann gibt es noch einen Gratis-Atlas, der hier herunterladbar ist. Den muss man dann nur ausdrucken, und er zeigt dann Sterne und Objekte bis mag 6 (Helligkeitsklassen, bei den meisten Teleskopen ist angegeben bis zu welcher Helligkeitsklasse das Teleskop geeignet ist, dunklen Himmel vorrausgesetzt)

Mag 6 ist mit bloßem Auge sehbar, wieder einen Guten Himmel vorrausgesetzt, und ein gutes Auge, manche Objekte sind sehr klein, und schwer zu finden, oder zu klein für den Feldstecher, dann brauchts schon ein Teleskop.

Ein Fernglas geht etwa bis mag 10 und ein Teleskop mit einer Öffnung von 150 mm etwa bis mag 13.

Auf beide Atlanten werde ich jetzt kurz eingehen, wenn ihr einen anderen benutzt, oder benutzen wollt, dann gibt es da sicher eine Einleitung in der er gut erklärt wird.

 

Zuerst mal zu Taki's Atlas (den zum downloaden)

Hier mal die Zeichenerklärung:

Ihr findet also dort (v.l.n.r. und v.o.n.u.) Sterne, Multiple Sterne (Doppelsterne oder Mehrfachgestirne), Variable Sterne (Sterne die Größe und Helligkeit verändern), Galaxien, Helle Nebel, Dunkelnebel, Planetarische Nebel, Supernovaüberreste, Offene Sternhaufen, und Kugelsternhaufen. Zu den Typen schaut bitte unter Objekte -> Deepsky nach.

Rechts habt ihr eine Seite aus Takis Atlas. Bei diesem Katalog ist es sinnvoll, zu wissen in welchem Sternbild das gesuchte Objekt ist. Beiligend ist eine Liste der Sternbilder, auf der man erkennt, auf welcher Seite des Atlanten das jeweilige Sternbild ist. In diesem Fall habe ich mal Orion markiert (grün). Dort findet man dann z.B. den Orionnebel (M42 / 43). Hilfreich ist da natürlich eine Sternkarte, und etwas Wissen, welches Objekt wo in etwa ist.

Der Vorteil dieses Atlanten liegt natürlich im Preis... nur die eigenen Druckkosten. Und vielleicht eine Laminierung. Die Dateien liegen im PDF-Format vor, man kann sie also praktisch in jeder Größe ausdrucken. Ich persönlich verwende Din A3.


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Jetzt zum Karkoschka, dem Standartwerk der Himmelsbeobachter. Dieser zeigt wie oben schon erwähnt 250 einfach zu findende Objekte, so z.B. fast alle Messier-Katalog-Objekte. Meinen Messierkatalog findet ihr übrigens hier.

Rechts seht ihr einen Teil der letzen, inneren Umschlagseiten, einen Überblick über die Sternbilder des gesamten Himmels. Beschriftet nach Jahreszeiten. Da seht ihr gleich, welches Sternbild auf welcher Karte ist.

Im Anhang des Buches findet ihr eine Liste der Deep-Sky-Objekte im Atlas, sortiert nach Messier- oder NGC-Nummern. Auch da steht die passende Seite dazu.

Auch eine Namenliste der Nebel ist dabei, auch wieder mit den passenden Seiten, und eine Sternliste und ein Kalendarium bis 2022. Also alles was das Herz begehrt, noch dazu eine ausführliche Anleitung zur benutzung des Buches, und zu weiteren Grundlagen. Das ganze für wenig Geld, und aus dem Kosmos-Verlag, ISBN: 3-440-08826-X.

Und so sieht eine Seite im Karkoschka aus:


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In unserem Fall die Karte E11, auf der Linken Seite finden wir die Objekte in diesem bereich des Himmels, und die hellsten Sterne, mit Größenangabe, Helligkeit, Entfernung und weiteren Angaben. Rechts die Karte, mit einzelnen Ausschnittvergrößerung, Anhaltspunkte sind da die einzelnen Objekte, in diesem Fall für den einen Ausschnitt (oval) die Galaxie NGC 2903 und für den rechteckigen Ausschnitt unten das Leo-Tripplet (die drei Galaxien M65, M66 und NGC 3628) und das Leo Quartett (aus M95, M96, M105 und NGC 3384).

Wenn man sich in die diversen Atlanten erst einmal reingefunden hat, so wird das ganze einfacher als es vielleicht jetzt aussieht.

 

 

 


(Anklicken für größere Version)

Eine weitere Möglichkeit sich zurecht zu finden, oder Beobachtungs-/Fotonächte zu planen, sind einzelne Aufsuchkarten (wie Teile, oder einzelne Seiten aus Atlanten) oder sogenannte Planetarienprogramme.

Davon gibt es auch wieder einige, ich zeige euch eins, welches a) kostenlos, und b) einfach zu bediehnen ist. Noch dazu ist es toll gemacht :)

Es funktioniert praktisch wie eine drehbare Sternkarte, nur hübscher und mit einer Suchfunktion. Einstellbar ist was angezeigt wird. Wo man sich befindet, Uhrzeit und Datum und eine Menge mehr.

Mehr Infos und die Downloadmöglichkeit findet ihr unter Stellarium.org.

Hier gibt es nur ein paar Screenshots, die euch einen kleinen Teil der Möglichkeiten zeigen. (Jeweils anklicken, für größeres Bild)

Künstlerische Dastellung der Sternbilder
Ein paar Nebel
   
Wenn man mal etwas mehr einblendet :)
Jupiter mit 2 Monden

 

Im Großen und ganzen brauch man nur zwei Sachen, die drehbare Sternkarte, und eine Aufsuchkarte, ob man die mit Stellarium, oder einem anderen Programm erstellt und gedruckt hat, oder ob man einen Atlas benutzt, das ist mal wieder Geschmackssache, und auch vom Objekt abhängig.

Und nun Viel Spass :)