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Kameras

Für die Astrofotografie ist nur eins wichtig. Lichtsammelfähigkeit!

Ich werde mal einige für die Astronomie sinnvolle Kameraarten nennen, und etwas auf jede eingehen.

Analoge Spiegelreflexkameras (SLR)

Wenn es alte sind, voll mechanisch, haben sie den Vorteil, dass sie ohne Batterien und Akkus auskommen, bei einer langen Nacht unterm Sternenhimmel kann das sinnvoll sein.

Wichtig ist hier dass mein kein Rauschen bekommt, das bei Digitalen Kameras etwas arbeit macht, aber dazu gleich mehr.

Das Zubehör, und die Vorgehensweise ist jedoch die selbe wie bei digitalen Spiegelreflexkameras. Mit dem Unterschied, dass man auf Film aufzeichnet. Was die Nachbearbeitung immer etwas umständlicher macht, Einscannen, oder als Foto-CD brennen lassen.

Und leider benutzen die meisten Enwicklungsdienste Maschienen, die eher mit Urlaubsschnappschüssen klar kommen. Also wäre selber entwickeln die bessere, aber umständlichere und teurere Variante.

Bei den Digitalen überwiegen jedoch die Vorteile allemal, deshalb jetzt zu denen.

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slr
Canonet QL 25
Quelle: Canon Camera Museum

Digitale Spiegelreflexkameras (DSLR)

Diese Kameras sind neben zwei anderen Arten sehr zu empfehlen, die zwei anderen Arten sind CCD-Kameras, und Webcam, dazu gleich mehr.

Der große Vorteil von DSLR ist der große Chip, größer als in Kompaktkameras, bis hin zur Kleinbildgröße. Je mehr Pixel auf einen Sensor gepappt werden, umso stärker wird das digitale Rauschen, was wir vermeiden wollen. Bei DSLR's ist der Sensor deutlich größer als bei kompakten Digitalen. Was das Signal/Rauschverhältnis wieder positiv beeinflusst. Wenn wir zwei 10 Megapixel Kameras haben, eine davon hat einen APS-C-Sensor, und eine einen Sensor mit einem Diagonalmaß von nur 1/4", also viel kleiner, so ist bei dem kleineren Chip weniger Abstand zwischen den kleineren Pixeln. Mehr zum Rauschen: hier.

Deshalb sind Canon-Kameras (300D, 350D, 400D, 20D, 30D, 40D) sehr beliebt in der Astro-Szene, die rauschen oft einfach weniger als die Konkurrenz.

Weiterere Vorteile gegenüber Kompakten: Belichtungszeit bis unendlich möglich, bei den meisten Kopakten ist um die 15 Sek. das Maximum. Iso ist komfortabel einstellbar (Siehe ISO).

Und man kann sie leichter ans Teleskop bauen, da man das Objektiv einfach abnehmen kann, und dann mittels Adapter einfach das Teleskop zum Objektiv machen kann.

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DSLR
Canon EOS 40D
Quelle: Canon

CCD-Kameras

Für die Astrofotografie gibt es spezielle Kameras mit einem CCD-Chip, die kein Objektiv haben, sondern eine Steckhülse die direkt in den Okularauszug des Teleskopes passt. Deren Sensor ist ähnlich groß wie bei DSLR's. Und CCD ist weniger Rauschanfällig (siehe Hier). Das Problem ist, CCD's sind auch teurer... Diese CCD-Kameras, die nur fürs Teleskop taugen, kosten in etwa so viel wie eine DSLR, oder mehr, sind aber für normale Fotos nicht verwendbar, weil Objektiv-los.

Da wir hier einsteigergerecht vorgehen wollen, lassen wir diese Kameras raus. Das Preis/Leistungsverhältnis ist zwar sehr gut, aber für einen Einsteiger etwas übertrieben. ;)

Schauen wir uns den kleinen Bruder an:

CCD
SBIG ST-4000 XMC
Quelle: Baader Planetarium

Webcam

Webcam kennt jeder... klar, aber für Astro?

Es gibt Webcams, die benutzen statt eines CMOS Sensors einen CCD Wandler. Was mehr Lichtausbeute bringt, klar auch mehr Preis, aber in Webcams sind die Sensoren klein genug, damit man für um die 50 € schon eine bekommt.

Zu empfehlen sind hier Phillips Webcams. (ToU-Cam, aber mit dem "Pro" im Namen)

Bei denen kann man das Objektiv rausschrauben, und im gut sortierten Astro-Handel gibt es gleich die passenden Adapter fürs Teleskop.

Da die Sensoren klein sind, sind sie für Deep-Sky kaum zu gebrauchen. Aber bei Mond/Planeten/Sonne geben wie teilweise mehr her als DSRL. Weil man mit Webcams Videos aufzeichnet, und mehrere 1000 Bilder zu einem machen kann.

Die genaue Arbeitsweise findet ihr bei Technik -> Webcam.

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webcam
Philips ToU Cam alt/neu
Quelle: Philips

Kompaktkameras / Camcorder

Bedingt geeignet, weil eher auf eine Automatik ausgelegt, die uns nicht genug spielraum lässt. Aber wenn man alles hat, kann man es gern probieren.

Kompakte für Einzelbilder, und Videos (siehe Webcam), und Camcorder als Webcamersatz.

Leider kann man die Objektive nicht abnehmen, also muss man sie wie ein Auge benutzen, also muss ein Okular zwischen Kamera und Teleskop. Dazu mehr unter: "Durchs Teleskop"

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kompakte
camcorder
Kompakte (oben, Canon Powershot A470) Camcorder (unten, Canon FS100)
Quelle: Canon
 

Zubehör

Für alle Kameras gibt es spezielles Zubehör. Stative, Stativköpfe, Fernauslöser, Filter usw.

Darauf gehe ich in den jeweiligen Bildaufnahme-Sektionen ein. Dort erkläre ich was man alles braucht, und auf was man (trotz penetranter Werbung) auch verzichten kann :)

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Objektive

Bei SLR und DSLR gibt es Objektive die man wechseln kann/muss/sollte. Dazu zählen im Astro-Fall dann auch die Teleskope.

Wie wir oben schon gelesen haben. Das wichtigste ich Lichtsammelleistung. Bei Objektiven wird das durch das Öffnungsverhältnis beeinflusst. Dieses errechnet sich aus Brennweite geteilt durch Objektivdurchmesser.

Also hat ein Teleskop mit Brennweite 1200 mm und einer Öffnung von 200 mm ein ÖV von 6. Angeben wird das als f/6 oder f=1/6 bei Teleskopen, bei Objektiven zwar auch, jedoch gibt man da einfach die Blendenzahl an. Also bei einem Objektiv mit der Anfangsblende (da kann man sie ja noch weiter schließen) 2,8 hat man ein ÖV von f/2,8

Beispiel: Zoomobjektiv mit durchgehender Anfangsblende: 17-55/2,8. Zoomobjektiv mit variabler Anfangsblende: 70-300/3,5-5,6. Festbrennweite: 100/4. Die erste Zahl, oder die von/bis Angabe, bezieht sich auf die Brennweite, die zweite ist die Anfangsblende.

Die Brennweite wirkt sich auf die Vergrößerung aus. Je höher die Brennweite, desto größer wird ein Objekt abgebildet.

Wichtig ist eins: Die Anfangsblende sollte so klein wie möglich sein. Je kleiner die Zahl, desto mehr Licht wird an den Film/Sensor weiter geleitet. Weil durch eine größere Öffnung passt auch mehr Licht :)

Objektive gibt es tausende, die meisten mit Unmengen Linsen drin. aber es gibt auch welche mit nur einer oder zwei Linsen. Was zwar weniger kostet, aber auch weniger gute Bildqualität liefert (Stichwort Cromatische Abberation).

Es gibt auch Spiegel-Teleobjektive, welche für Astro gut geeignet sind (und dafür bei normalen Fotos mit mieser Qualität Minuspunkte sammeln, dazu mehr unter Teleskope (denn es sind eigentlich welche, nämlich Maksutov Cassegrain Teleskope).

Ob ihr Spiegelteleskope nehmt, oder billige oder teure Linsenobjektive, oder Spiegel- oder Linsenteleskope, die auch wieder in billig, oder teuer, hängt von eurer Motivation und eurem Geldbeutel ab.

Worauf ihr bei den Teleskopen dann achten müsst, ratet wo das steht. Genau, bei Teleskope :)

Alles weitere dann in den Bildaufnahme-Sektionen.

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mto
Spiegelteleobjektiv von MTO
Bild von Wolfi