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Bildbearbeitung - Sonne, Mond, Planeten

Dieser Workshop-Teil zeigt wie man die Videos aus Webcam oder Camcorder zu einem Bild zusammenbastelt, welches dann noch ganz gut aussehen soll :)

Habt ihr Sonne oder Mond als Einzelbild aufgenommen, so ist es die übliche Bearbeitung, wie Schärfen, Beschneiden usw. Dabei helfen euch meine anderen Workshops :)

Habt ihr mit einer normalen Kamera 10 Bilder oder mehr gemacht, vom selben Teil des Mondes, oder der Sonne usw. so könnt ihr diesen Workshop hier auch benutzen, nur wenn ich schreibe dass die Avi in das und das Programm geladen wird, so müsst ihr eure Bilder nehmen, ansonsten ist es das selbe...

Als erstes öffnet ihr mal Registax. Das ist ein kostenloses Programm für das Stacken von Bildern. Im nächsten Abschnitt lernt ihr noch so eins kennen, das ist dann für Deep Sky Objekte. Registax ist optimal für unser Sonnensystem, also Mond, Sonne und Planeten. Hier kann es heruntergeladen werden: Registax-Home.

Wenn ihr Registax öffnet, so leitet euch ein grüner Balken durch das Programm. Nach dem Start steht er bei "Select". Sobald ihr drauf klickt öffnet sich ein Dialog, in dem ihr Dateien ins Programm laden könnt.

Unten in diesem Dialogfenster habt ihr eine Dateitypauswahl, Registax kann folgende Dateiarten verarbeiten: AVI, BMP, FIT, JPG, TIF, PNG, SER (LuCam Recorder).

Also Filme und Bilder. Ladet ihr eine AVI ein, so wird er jeden Frame als einzelnes Bild behandeln. Egal ob Avi oder Bilder, Registax zeigt euch jetzt unten die Anzahl der Frames an.

Auch mehrere Bilder können gleichzeitig geladen, oder per Drag & Drop ins Programm gezogen werden.

Habt ihr eure Frames geladen, so müsst ihr jetzt den Alingningpoint auswählen. Also den andem sich das Programm beim Ausrichten der Bilder orientiert. Kann ja sein dass es verwacklungen gab, oder ihr ohne Nachführung gearbeitet habt und nur den Planeten durch den Sichtbereich habt wandern lassen. Sinnvoll ist es hier mittels der kleinen dreieckigen Schaltflächen, ganz unten neben "Goto Frame" ein besonders scharfes Bild herauszusuchen. An dem sich das Programm orientieren kann.

Dieser Punkt kann ein Mondkrater, ein Sonnenfleck, oder ein ganzer Planet sein, je nach Ausgangsmaterial. Ich habe hier eine Avi vom Saturn, die ich freundlicherweise von Michael Natschke zur Verfügung gestellt bekommen habe.

Wir gehen mal die wichtigsten Schaltflächen durch. Was man als Anfänger nicht unbedingt braucht, lassen wir erstmal weg, ausführlichere Anleitungen für Registax findet ihr auf der Homepage von Registax, und per Google :)

Method: Alingningmethode, Default heist Einzelpunkt. Multipoint, da setzt ihr mehrere Punkte, oder lasst das Programm es automatisch machen. Und bei None wird nicht ausgerichtet, das könnt ihr benutzen wenn eure Nachführung zu 100% funktioniert :) Das Multipoint behandle ich jetzt nicht, in diesem Crash-Kurs würde das den Rahmen sprengen.

Alignmentboxsize: hier wählt ihr aus wie groß das Feld sein soll was das Programm sucht und zur Deckung bringt. Der Mauszeiger wird dann auch gleich zu einem passend großen Rahmen.

Quality Estimator: Der Qualitätscheck, nach der dort gewählten Methode sortiert Registax die Bilder nach Qualität. das ist wichtig für den nächsten Schritt.

Alles fein ausgewählt, dann wieder dem grünen Balken folgen. Also Align wählen. Jetzt rattert er das erste Mal alle Bilder durch, und versucht euren gewählten Bereich zu finden, findet er den Bereich mal nicht, so fragt er euch ob ihr den Bereich manuell anklicken könnt.

Jetzt hat er eure Bilder gleich nach Qualität sortiert. Habt ihr beim Quality Estimator die richtige Auswahl gefunden, so nimmt die Qualität nach "hinten" ab. Ganz unten ist ein Schieberegler, zieht den nach links, theoretisch müssten die Bilder nach links hin immer besser werden, und ganz rechts die schlechtesten liegen (verwackelte, unscharfe usw.) Ist dies nicht der Fall, so wählt beim Quality Estimator eine andere Methode, und klickt nochmal auf Align. usw.

Ist die Qualität jetzt halbwegs gut sortiert, so schiebt den Regler bis ganz nach rechts, und dann zurück nach links, sobald das erste halbwegs gutaussehende Bild kommt, lasst ihr ihn dort stehen. Manchmal könnt ihr so 20% manchmal auch 80% der Bilder benutzen. Je nach Seein oder Wind usw.

Jetzt klickt ihr auf Limit. Da verwirft Registax die Aufnahmen rechts von dem Regler und geht zum nächsten Fenster:

Das Optimize-Fenster:

Der grüne Balken steht nun bei Optimize & Stack, aber zuerst lassen wir uns ein Referenzbild stacken, andem das Programm dann die restlichen Frames ausrichtet. Klickt hierzu rechts auf "Create" unter "Create a Reference Frame" Die Zahl 50 passt hier schon :)

Er rattert dann 50 Bilder durch, und geht hinterher zu einem weiteren Fenster, welches massig Regler hat. Das ognorieren wir komplett und klicken oben links dann nur auf "Continue". Da kommt ihr zurück zum Optimize-Fenster, und jetzt klicken wir auf Optimize & Stack (grüner Balken).

Jetzt rattert er erneut los, das kann einen Moment dauern, je nach Bilderanzahl.

Ist er fertig mit Optimize (genaues Übereinander legen) und Stack (Stapeln und Informationen addieren/mitteln) so springt er zu einem Fenster welches Wavelet heisst.

Klickt mit der Maus auf einen wichtigen Bereich (Sonnenfleck, Krater, Planet) Um den Punkt wird ein 512 Pixel großes Quadrat gelegt, welches zu Vorschauzwecken bearbeitet wird. seid ihr zufrieden klickt auf "do all" und die Bearbeitung ist fertig :)

Was ihr alles tun könnt:

Links von der Vorschau sind ist der Wavelet Filter, im Default Mode wird geschärft, im Gauss Mode wird weich gezeichnet (grob gesehen). Von oben nach unten nimmt die Feinheit des Tools ab, also der erste Regler ist für die feinsten Details nützlich, der letzte fürs Grobe.

Hier gibt es kein Patentrezept, hier müsst ihr für jedes Bild eine optimale Einstellung selbst finden.

In meinem Beispiel sieht es etwa so aus, wie ihr hier rechts seht.

Also von oben nach unten schwächer werdend, und unten noch mal zuschlagen :)

Das Ergebnis zeige ich euch dann gleich.

Unter RGB Align könnt ihr das Programm die Farbkanäle automatisch ausrichten lassen, wenn ihr Farbsäume aufgrund von Chromatischer Aberration habt. Wenn die Automatik versagt, so könnt ihr dort auch die Kanäle von Hand verschieben.

Contrast & Brightness ist die Helligkeit und der Kontrast.

Und unter der RGB Balance weiter rechts ist eine Tonwertkorrektur zu finden, ähnlich der in Photoshop.

Wenn ihr im allerersten Fenster einen Haken bei "LRGB" gemacht habt, so findet ihr unter den Wavelet-Reglern noch drei Regler, mit denen ihr die Gewichtung der einzelnen Kanäle einstellen könnt, manche Kameras sind im blauen od. grünen Kanal kaum zu gebrauchen, also regelt man sie dort runter.

Wenn ihr komplett fertig seid, dann klickt auf Save Image, und speichert das Bild, er fragt euch dann ob ihr die Do All Funktion anwenden wollt, das wollt ihr natürlich.

So wie rechts in etwa sieht das ganze bei mir aus, wenn es aus Registax kommt.

Dann öffnet ihr euer Lieblingsbildbearbeitungsprogramm, in meinem Fall Photoshop. Und öffnet das Bild da.

Dort könnt ihr die restlichen Bildbearbeitungsschritte durchführen, die ihr für nötig erachtet. Korrekturen, Zuschneiden, usw.

Und als letzes nochmal ein kleiner Überblick, Rohbild, Registax-Ergebnis, und fertiges Bild:

Ich hoffe ich hab euch etwas Lust gemacht, auf diese spezielle Art der Astrofotografie. Welche übrigens auch in gewissem Maß bei hellen Nebeln und Sternhaufen zu Ergebnissen führen KANN. Probiert es doch einfach mal aus.