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Problemlösungen - FAQ

 

Immerwieder kommt man an Punkte, wo man denk "Das sieht nicht richtig aus" oder "irgend etwas mache ich falsch".

Nun, das ist normal und sollte euch nicht den Mut nehmen, aufgrund von bestimmten Anfragen, die sich teilweise sogar häufen, habe ich diese Extraseite eingefügt. Hier werdet Ihr Fragen finden, die ihr euch vielleicht schon gestellt habt, oder Problemlösungen finden, die ihr braucht, oder vielleicht noch brauchen werdet.

Hier die häufigsten Fragen die mich per Mail erreicht haben:

1. Wie fange ich am besten an?
2. Womit fotografiere ich welches Objekt am besten (Sonne, Mond, Planeten, verschiedene DeepSky Objekte)?
3. Muss ich ein Teleskop haben?
4. Ich habe eine Montierung mit Polsucher, leider funktioniert die Nachführung nicht richtig, was nun?
5. Kann ich auch mit Gabelmontierung (Celestron NexStar, Meade, Dobson) oder Azimutalen Montierungen nachgeführt fotografieren?
6. Kann ich auch aus der Stadt heraus Astronomie und Astrofotografie betreiben, oder soll ich es gleich lassen?
7. Ich habe Bildstörungen drin, weiße, rote, grüne oder blaue Punkte, was kann ich tun?
8. Mein Bild ist unterschiedlich hell (Stadtlicht) und wenn ich jetzt wie in deinem Workshop den Himmel dunkler mache (per Differenzebene) so bekomme ich zwar einen Streifen der gut aussieht, aber ringsrum ist es zu hell und auf der andern Seite zu dunkel, was tun?
9. Ich habe nur.......kann ich damit auch was anfangen? (bei den ... bitte Kompaktkamera, kleines Teleskop, ein Fotostativ usw. einsetzen)


Das sind erst einmal die ersten Fragen, ich denke da folgen noch welche, hier nun meine Antworten:

1. Wie fange ich am besten an?

Mit dem Was du hast. Hast du nur eine analoge Spiegelreflexkamera von Opa, so kannst du damit auch fotografieren. Lange belichtungszeiten lassen diese genauso zu wie digitale, hierbei musst du nur darauf achten, dass du a) nicht zu lange belichtest, sonst bekommst du ein weißes Bild, und b) dass du keine Bewegung in den Himmel bekommst, es sei denn du willst Strichspuren fotografieren. Um bewegung zu vermeiden, benutzt du lieber Filme mit hoher ASA bzw. DIN-Zahl, somit kannst du kürzer belichten, und kannst so der scheinbaren Drehung des Himmels mittels kurzer Belichtungszeiten entgegenwirken.

Hast du eine digitale Kamera, so nimm die, viele Kompakte lassen sich schon recht gut einstellen, so dass man mehrere Sekunden belichten kann, dann kannst du so verfahren wie im gesamten Workshop beschrieben.

Nachführung, Teleskope usw. das braucht man am Anfang sowieso nicht, die machen nur den Lerndruck und das Frustpotential größer. Siehe zu dem Thema auch Frage 9.

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2. Womit fotografiere ich welches Objekt am besten (Sonne, Mond, Planeten, verschiedene DeepSky Objekte)?

Das ist eine schwierige Frage, besonders wenn man ernsthaft loslegen will, und auch das nötige Kleingeld hat. Zuerst mal, es gibt keine Kamera die alles kann, gute Allround-Kompromisse bieten die CCD-Astro-Kameras, die sind für Planeten und Deepsky geeignet, die haben einen großen Chip, und können sowohl Langzeitbelichtung, als auch kurzbelichtete Reihenaufnahmen machen. Leider alles nur am Teleskop. Mit einem entsprechenden kurzbrennweitigem Objektiv oder Teleskop welches man davor baut kann man sogar etwas Widefield machen, will man aber hauptsächlich Widefield machen, so sind diese Kameras recht ungeeignet. Sie sind faktisch nicht viel mehr als ein A/D-Wandler in einem Gehäuse, mit einem Loch vor dem Sensor, und das Teleskop wird als Objektiv davor gebaut. Den Rest muss dann ein Computer machen. Zweites Manko, für Einsteiger oft zu teuer.

Hier mal die Einsteigergerechten Vorschläge von mir:

Planeten, Sonnenflecken, Monddetails: Webcam an Teleskop, Bei Mond und Planeten mit einem UV/IR-Filter, bei Sonnenflecken zusätzlich mit Sonnenfilter. Bei Planeten braucht man enorme Brennweiten, entweder am Teleskop oder per Zwischenlinsen wie Telekonvertern oder Barlow-Linsen, da sie einfach extrem weit weg, und dadurch für uns sehr klein sind. Bei den Webcamfilmen muss man nicht so genau nachführen, nur soweit, dass das Objekt im Bild bleibt, welches man fotografieren will, entweder nur 1000 Aufnahmen, weil das Objekt dann raus ist, oder leicht nachführen per Hand.

Ganze Sonne/Mond: Teleobjektiv oder Teleskop mit Kompaktkamera oder DSLR, die Kompakte dann per afokalen Adapterlösungen, die Spiegelreflex gleich so im Brennpunkt. Bei der Sonne wieder den Filter nicht vergessen. Nachführung fällt aufgrund der kurzen Brennweiten einfach mal flach

DeepSky: Meine Empfehlung: DSLR + passendes Objektiv mit nachgeführter Kamera. Passendes Objektiv kann von einem Normalobjektiv bis zum Teleskop mit extremen Brennweiten alles sein. Je nach Objekt, es gibt Objekte die wirken mit kurzen Brennweiten einfach besser, mit langen würde man nur einen Teil auf den Sensor bekommen, weil manche Objekte einfach zu groß sind. Nachführung deshalb, weil die meisten Deepskyobjekte zu dunkel sind, um sie mit stehender Kamera ordentlich abzulichten. Schaut euch mal in meiner Galerie die Widefield Kassiopeia an, dort seht ihr H&Chi im Perseus (nicht nachgeführt), und dann geht mal in den Sternhaufenbereich rein, dort findet ihr H&Chi mit 600 statt mit 17 mm Brennweite (nachgeführt)...

Natürlich geht Deepsky in begrenztem Maße auch eine Kompakte, oder eine Webcam am Teleskop, ich hab schon Sternhaufen und Nebel gesehen, die mit der Webcam gemacht wurden, aber die Qualität einer Spiegelreflexaufnahme und auch die Auflösung einer solchen erreichen diese nicht.

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3. Muss ich ein Teleskop haben?

Nein, es gibt gute und preiswerte Lösungen für den kurzbrennweitigen und mittleren Bereich die gut funktionieren, und auch oft benutzt werden. Bei Widefield reicht oft ein Stativ, und eine Kamera. Selbst bei Nachgeführter Kamera reicht ein Lidl-Teleskop zu, nämlich um zu guiden, fotografieren kann man dann durch normale (Tele-)Objektive. Kleiner Tipp: alte Pentax oder Pentacon oder sogar Zeiss Objektive mit alten Bajonett-Anschlüssen gibt es bei Ebay zu Hauf, und Adapter für die meisten Kameras auch, und was wollt ihr am Himmel schon mit Autofokus? :) besonders zu empfehlen sind da die genannten Marken, Zeiss oder die ganzen Porst Marken mit M42 Anschluss gibt es in kurzen Brennweiten schon für ein paar euro, und Pentacon Objektive gibt es in allen Bereichen, bis 400 mm geht da schon einiges... klasse sind die zwei Objektive für Astro: Pentacon 200/4 und Pentacon 135/2,8, beide lichtstark und gut vergütet.

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4. Ich habe eine Montierung mit Polsucher, leider funktioniert die Nachführung nicht richtig, was nun?

Hast du nur den Polsucher benutzt zum Einnorden?

Bei JA: Das reicht zwar für relativ kurze Brennweiten, oder/und Belichtungszeiten, für alles andere solltest du scheinern...

Bei NEIN, ich habe gescheinert: ist es eine relativ Preiswerte Montierung? EQ1 bis 6 vielleicht? oder Astro X usw... dann wirst du unter zu einem großen Schneckenspiel oder einem zu großen periodischen Schneckenfehler leiden, also nicht du, deine Monti... Beim Schneckenspiel reicht es manchmal die Schnecken und Zahnkränze auszubauen, zu reinigen, fest wieder einzusetzen, und das Fett auszutauschen. Bitte nur machen wenn du dir das zutraust, hast du (wie ich) 2 linke Hände, so frag mal bei Sternfreunden nach, die helfen dir sicher. Ist der periodische Schneckenfehler zu groß, oder die Welle schief usw. so muss man oft bestimmte Teile tauschen, oder Geld in etwas neues investieren, auch hierzu: Sternenfreunde fragen, oder dich bei seriösen Händlern beraten lassen.

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5. Kann ich auch mit Gabelmontierung (Celestron NexStar, Meade, Dobson) oder Azimutalen Montierungen nachgeführt fotografieren?

Kurz: ja. Lang: mit einer Polhöhenkorrektur, dabei wird einfach die senkrechte Drehachse auf die Polhöhe ausgerichtet und wird so zur Deklinationsachse, die sich mit dem Himmel mit dreht. So etwas gibt es für einige Gabeln zu kaufen, man kann es aber auch selbst bauen, das selbe gilt für die Dobsonplatformen die das erledigen. Selbst bei reinen Fotostativen geht das, mittels einer Barndoor-Montierung im Eigenbau, zu all diesen Punkten befrag bitte Google, oder dein Lieblings-Astro-Forum, oder Sternfreunde aus deiner Umgebung.

Diese ganze Bauerei kann man dann sogar motorisieren, und je nach genauigkeit mehrere Minuten belichten.

Normale Gabeln führen zwar oft nach, per Autotrack, oder als Feature der Goto-Funktion, jedoch bekommt man so nach kurzer Zeit eine Drehung ins Bild, da nur die genaue Mitte nachgeführt wird, je nach anvisiertem Punkt am Himmel drehen sich die Sterne dann scheinbar um dieses Zentrum. Das nennt man Bildfeldrotation.

So jetzt hast du genug Schlagworte für Google :)

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6. Kann ich auch aus der Stadt heraus Astronomie und Astrofotografie betreiben, oder soll ich es gleich lassen?

Klar kannst du. Mond, Planeten, Sonne, und Helle DeepSky Objekte sind allemal drin. Such dir nur einen wenigstens etwas dunklen Ort, Hinterhof, Gartenanlage, Park usw. damit du wenigesten etwas im "Schatten" stehst.

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7. Ich habe Bildstörungen drin, weiße, rote, grüne oder blaue Punkte, was kann ich tun?

Das sind Hotpixel (entstehen gern bei langen Belichtungszeiten) oder Dead Pixel, ganz Kaputte Pixel, das ist jedoch kein Beinbruch, hab ich auch :) dafür gibt es die Darkframes, siehe hier.

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8. Mein Bild ist unterschiedlich hell (Stadtlicht) und wenn ich jetzt wie in deinem Workshop den Himmel dunkler mache (per Differenzebene) so bekomme ich zwar einen Streifen der gut aussieht, aber ringsrum ist es zu hell und auf der andern Seite zu dunkel, was tun?

Also, entweder habt ihr ein Stück Himmel belichtet, welches ungleichmäßig ausgeleuchtet ist bzw. abgedunkelt, durch Lichtverschmutzung von Städten oder dem Mond, oder ein paar Wolken zogen durch euren Bildausschnitt, oder ihr hattet Streulicht von der Seite und und und...

Das alles führt zu einem ungleichmäßig hellem Hintergrund um die Sterne und Nebel herum...

Nun, das sollte man alles vermeiden, indem man weit ab vom Stadtlicht fotografiert, und dabei keine Lichtquellen in der Nähe duldet, und Wolken schon gar nicht. Da dies nicht immer möglich ist, muss man das in der Bildbearbeitung klären...

Eine Möglichkeit das abzuschwächen, oder teilweise sogar zu beseitigen ist Fitswork, bekommt ihr hier: Homepage.

In dem Programm gibt es unter "Bearbeiten" eine Funktion die "Ebnen" heisst. Dort gibt es verschiedene Punkte:

Die für uns interessantesten hier (es sind mehr):

- Hintergrund Gradient ebnen Automatisch (hier versucht das Programm es einfach mal :) Und zwar ausgehend von einem einzigen Gradienten, also ein einzelner Helligkeitsverlauf, schafft das Programm es so nicht, probiert die manuelle Funktion, oder eine der folgenden)
- Hintergrund ebnen Sterne (Hier wird der Hintergrund geebnet, und nur Sterne, also starke punktförmige Lichtquellen werden verschont)
- Hintergrund ebnen Nebel (Hier werden Nebel mit geschont, gut bei Close-Ups auf Nebel(-Zentren))
- Hintergrund ebnen Variabel (Diese Funktion könnt ihr nutzen wenn ihr Widefield macht, mit Nebeln und Haufen und Galxien im Bild, zusätzlich zu dem Sternenmehr, oder die Milchstraße)

Die weiteren Funktionen in diesem Menü und dem ganzen Programm sind nicht weniger interessant, aber dazu gibt es eine Hilfedatei im Programm, und auch die Webseite dazu.

Eine zweite, etwas Zeitintensivere Technik gibt es noch, die ihr mit eurem Bildbearbeitungsprogramm durchführen könnt, ist hier beschrieben: Link

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9. Ich habe nur.......kann ich damit auch was anfangen? (bei den ... bitte Kompaktkamera, kleines Teleskop, ein Fotostativ usw. einsetzen)

Wie schon in Frage 1: grundsätzlich ja. Für jedes Objekt (Größe, Helligkeit usw.) gelten eh unterschiedliche Regeln, und wenn du den kompletten Workshop, und das FAQ hier gelesen hast, so weisst du schon das meiste. Alles andere ergibt aich aus der Praxis, und dem Austausch von Informationen unter Sternfreunden.

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Ich hoffe jetzt hab ich euch (nochmal) geholfen, wenn weitere Fragen auftauchen, dann fragt nur :)

rollmobbs @ gmx.de (Leerzeichen weglassen)