Der DxO Filmpack

 

Vorweg: Alle Bildertafeln sind anklickbar, um zur vollen Größe zu kommen!

Beworben wird der DxO Filmpack mit der Möglichkeit, den digitalen Bildern die man macht, den Charme und das Flair der alten, klassischen Filme zu geben. (offizielle Webseite)

Klingt doch toll, und wenn man nicht gleich digital eingestiegen ist, so kennt man die alten Filme noch, und musste sich für jedes Motiv den Passenden Film aussuchen. Dann hatte man sein Bild im Kasten, aber der teilweise sehr teure Film ist noch nicht voll, passt aber nicht fürs nächste Projekt. Also wird der Film mit 5 gemachten Bildern zum Labor gebracht.

Das ist, dank digitaler Techniken, heute nicht mehr nötig, aber viele werden ihre Kodachromes, oder Fuji Superias vermissen. Bei Digital hat man statt Körnung Rauschen, und das sieht selten gut aus. Auch sind die Farbeffekte schwer nach zu ahmen, die bei einem bestimmten Film entstehen.

Man hatte einen Lieblingsfilm für Portraits, weil da die Haut schöner aussah usw.

Da soll nun der DxO Filmpack Abhilfe schaffen. Zu haben im Fachhandel, oder bei www.dxo.com. Für 79 Euro.

Die Installation

Der Filmpack arbeitet mit Mac’s oder Mit Windows-Rechnern. Und man kann 3 Möglichkeiten wählen.

  1. Stand Alone (eigenständige Anwendung)
  2. Adobe Photoshop ® Plugin
  3. DxO ® Plugin

Ich wollte ihn als PS Plugin und als Stand Alone Produkt installieren.
Auf dem Booklet (das nur ein paar Installationshinweise enthielt, ein Handbuch gibt es nur auf der CD, und es hat ganze 6 Seiten (!)) fand ich einen Aufkleber, auf dem Stand wie ich das Update zu Version 1.2 bekomme. Nur diese Version funktioniert mit Photoshop CS3. Ich habe erstmal die Version 1.1 installiert, als Plugin, und als Stand Alone, und dann das fast 70 Mb große Update heruntergeladen und installiert. Die Stand Alone Anwendung funktioniert einwandfrei, als Plugin funktioniert das Programm weder bei Adobe Photoshop CS 2, noch bei CS 3.
Daher schreibe ich nur über die Stand Alone Version, da die einwandfrei funktioniert, und ich nicht herumspielen will bis es geht… Man sollte bei 79 Euro eigentlich erwarten das es das tut, weil es als Plugin weitaus praktischer wäre, aber ich komme (noch) damit klar mehrere Grafikprogramme installiert zu haben.

Man startet also das Programm, und kann nun eine Datei per Drag & Drop in das Fenster ziehen, oder per Öffnungsdialog suchen.

Danach öffnet sich ein Einstellungsfenster, worauf ich ganz unten noch zu sprechen kommen werde.

Nachdem man alle Einstellungen vorgenommen hat, kann man das Bild dann als Tif oder Jpeg speichern und ist mit der Bearbeitung fertig, soweit es dieses Programm betrifft.

Ich gehe jetzt erstmal nur auf die Filmauswahl ein, die ich grafisch mal aufgearbeitet habe, anhand eines Blümchens.
Hier das Original, was in einigen der Tafeln nochmal auftauchen wird:

Als ersten Punkt kann man hier die Farb-Positivfilme auswählen, also die Diafilme. Ein paar von ihnen tauchen doppelt auf, einmal normal, und einmal generisch (eine eher allgemein gehaltene Version, die sich mehr ans Orginal hält, also etwas Schwächer als der normale Filter).

Hier die normalen Farbpositivfilme:

 

An der Beschriftung sehen sie die möglichen Filme die zur Auswahl stehen.

Jetzt zu den Dia-Filmen in der generischen Version:
Die nächste Filmgruppe sind die Farbnegativfilme:
Als nächstes kommen die Schwarzweißfilme:

Als letzten Punkt kann man Cross-entwickelte Filme wählen. Zitat Handbuch: „Bitte beachten Sie zwei besondere Profile, die DxO FilmPack Ihnen bietet: die „Crossentwicklungen“. Das entspricht in der Nasschemie der Methode einen Diafilm (z.B. Kodak Elite 100) in Farbnegativchemie (C41) zu entwickeln, bzw. einen Farbnegativ Film (Fuji Superia 200) im E6-Prozess zu entwickeln.“

Das sieht dann so aus:

Jetzt kommen wir, wie versprochen zum Rest des Einstellungsmenüs.
Im Auswahlbereich „Farbmodi“ hat man die Möglichkeit den Kontrast und die Farbsättigung zu Verändern, und einen Punkt Namens „Spezialeffekte“, dazu gleich mehr.

Im Grain-Bereich kann man die Körnung des Bildes noch verändern, man wählt also einen Film, und dessen Körnung kann man dann anpassen. Einmal in der Intensität (0 – 200 %) und in der Korngröße, Faktor 1 bis 10, wobei Faktor 1 der originalen Körnung des Films entspricht den man gewählt hat.

Mit diesen Einstellungen kann man schon sehr schön herumspielen. Und für die Freunde der Schwarzweißfotografie, und für die, die auf alt aussehende Bilder stehen, gibt es noch die oben erwähnten Spezialeffekte.

Die sehen dann wie folgt aus:

 

 

Spezialeffekte am Beispiel des Kodak BW 400 CN Films

Spezialeffekte am Beispiel des Originalbildes, ohne Filmauswahl:

Wenn Sie jetzt keine Lust mehr auf Blumen haben, so kann ich das gut verstehen. Ich werde mich nach diesem Bearbeitungsmarathon auch eine Weile nicht mehr in Gärten umsehen.

Aber hier noch ein bearbeitetes Bild, die Einstellung sind gleich mit dabei.

Leider etwas klein, aber ich denke mit all den Tafeln hier können Sie erahnen, was möglich ist mit dem Programm.

   

Wenn es als Plugin funktionieren würde, und ein ausführlicheres Handbuch (vielleicht sogar in Papierform, man kann ja noch träumen) dabei wäre, und die FAQ und Problemlösungs-Seiten im Internet ausführlicher wären, dann wäre es ein Top Programm, für Retrofans, oder diejenigen die Retrofans begeistern wollen.

Ach ja, die Anwender werden sich beim Programm sicher fragen was Schwartz-Weiß ist? Eine Weißbildtechnik von einem Herrn Schwartz? Nein, keine Angst, ist nur ein Schreibfehler, nicht der einzige, aber der am besten zu sehende, weil im Menü taucht er auf, und ist somit sehr oft im Blickfeld :)