Entwickeln aus dem RAW-Format

 
Jeder digitalen Spiegelreflex-Kamera von Canon liegt eine (oder mehrere) Software-CD bei. Auf dieser befindet sich der "Zoombrowser EX". In diesem werden gerade von der Kamera runtergeladene Bilder standartmäßig geöffnet. (ist dies bei Ihnen nicht der Fall, so starten Sie den Zoombrowser, und navigieren zu dem Ordner indem sich die RAW-Dateien befinden, die Sie bearbeiten möchten)
Das sieht dann in etwa so aus:
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Jetzt wählen Sie das Bild (oder die Bilder (STRG + klicken)) aus die Sie entwickeln wollen. Klicken Sie nun mit der rechten Maustaste darauf und wählen sie "RAW-Bilder verarbeiten"
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Jetzt öffnet sich der "RAW Image Task" in dem Sie die Bilder anpassen können, und dann als JPG oder TIF exportieren können:
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Links wählen Sie das zu bearbeitende Bild aus. Rechts ist dann noch ein Dialogfenster, in dem Sie einige Einstellungen vornehmen können:
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Zu den Funktionen im Einzelnen:
Digitale Belichtungskorrektur
Hier können Sie die Gesamthelligkeit um 2 Blendenstufen erhöhen, oder verringern.
   
Weißabgleich
Hier können Sie den Weißabgleich durchführen, manuell, automatisch, oder bestimmten Schemata angepasst (Kunstlicht, Sonnenlicht usw.)
   
Kontrast
Hier können Sie den Kontrast ändern, von niedrig bis hoch
   
Parameter
Hier können Sie die Farbsättigung einstellen, im Farbmodus, oder im Schwarz-Weiß-Modus (hier dann wohl eher als Farbstich zu bezeichnen :)
   
Farbraum
Hier können Sie den Farbraum bestimmen (AdobeRGB oder sRGB), es empfiehlt sich sRGB. Warum? Das würde die Seite hier sprengen :)
   
Schärfe
Hier können Sie die Schärfe bestimmen, es empfiehlt sich je nach Motiv mittel bis hoch, oder bei Portraits auch mal etwas weniger, um Falten zu mildern :)
 
Generell fahren Sie am Anfang mit den Standard-Einstellungen am besten. Benutzen können Sie die Belichtungskorrektur, die Schärfe. Den Rest am Anfang einfach so lassen. Die Feinheiten kommen später von ganz allein dazu.
 
Wenn alles so ist wie Sie wollen, so klicken Sie auf Datei, Bild speichern...
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Jetzt können Sie noch ein paar Einstellungen vornehmen, und dann mit "Speichern" abspeichern.
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Zu den Möglichkeiten im Einzelnen:

Konvertierungsziel

- alle Bilder = alle Bilder :)
- markierte Bilder = alle Bilder mit einem von Ihnen gesetzten Häkchen
- Ausgewählte Bilder = alle Bilder die Sie (wie im Explorer) mit STRG oder SHIFT und der Maustaste ausgewählt haben (dunkelgrau hinterlegt)
   
Von RAW in Bildtyp konvertieren
- Hier haben Sie die Wahl zwischen EXIF-JPEG, EXIF-GIF und GIF. GIF ist in 16 bit Farbraum, die anderen beiden Typen in 8 bit. EXIF bedeutet nichts anderes, als dass die Aufnahmedaten mit abgespeichert werden (Blende, Belichtungszeit, Brennweite, Datum, usw.)
- Auflösung: Hier können Sie die Pixel pro Zoll bestimmen, etwa 72 für Bilder fürs Internet, 300 oder mehr für Drucksachen.
   
Ordner speichern
Einfach das Ziel, in das die konvertierten Bilder gespeichert werden.
   
Datei umbenennen
Wenn Sie ihre Bilder alle schön (nummeriert) umbenennen wollen, so können Sie hier alle nötigen Einstellungen vornehmen.
 

Genau wie Bildbearbeitungsprogramme gibt es auch RAW-Konverter wie Sand am Meer. Ich habe mich hier für den einfachen von Canon entschieden, da den jeder Canon-Besitzer haben müsste. Von Canon wird auch Digital Photo Professionell (DPP) mitgeliefert, der aber für den Anfänger recht umfangreich und verwirrend sein kann.

Empfehlenswert ist (von meiner Warte aus) DxO Optics Pro, welches RAW's komplett selbständig entwickelt, gleich das Rauschen mildert, die Belichtung korrigiert, bekannte Objektiv-Verzerrungen heraus rechnet und vieles mehr, alles in einem Arbeitsgang.

Aber jeder hat da seine eigenen Vorlieben, Photoshop kann das seit CS3 auch (ältere Versionen mit einem Plug-In auch) usw.

Dieser Workshop richtet sich an Anfänger, und deshalb ist er sehr einfach gehalten.

Noch etwas wichtiges, was die meisten von euch sicher wissen: egal wie zufrieden ihr mit dem Ergebnis seid, HEBT DIE RAWS AUF! Man lernt immer dazu, und irgendwann lernt ihr noch einen Schritt, den ihr an dem Bild noch machen wollt, habt aber nur noch das fertige JPEG was ihr zum (Online-)Entwickler geschickt habt, dann beisst ihr euch sonst wohin, weil die nicht mehr da sind. Wenn sie noch da sind könnt ihr schon in der RAW-Konvertierung Sachen anders machen, die ihr gelernt habt.